Matthieu Amiguet
Als vielseitiger Musiker und Forscher hat Matthieu Amiguet seine klassische Ausbildung im Laufe der Jahre und durch diverse Begegnungen um Einflüsse aus Jazz, Rock und Weltmusik erweitert. So entwickelte er eine musikalische Sprache, die zugleich vertraut und zutiefst persönlich wirkt. Sein Interesse am Instrumentenbau und der Evolution von Instrumenten führte ihn dazu, nicht nur ungewöhnliche Querflöten (wie Bass-, Kontrabass- und Zugflöten) zu erforschen, sondern auch andere Instrumente – darunter das *Harpejji*, eine bemerkenswerte Mischung aus Klavier und Gitarre, für das er weltweit als Pionier und prägende Persönlichkeit gilt.
Sein musikalischer Ansatz ist untrennbar mit seiner wissenschaftlichen Arbeitsweise verbunden: Er besitzt einen Abschluss in Mathematik sowie einen Doktortitel im Bereich Künstliche Intelligenz (erworben 2003, lange bevor dieses Thema zum Trend wurde). Dieser doppelte Hintergrund in Musik und Wissenschaft ermöglicht es ihm, seit 2010 Spitzenforschung auf dem Gebiet der „Augmented Lutherie“ zu betreiben – der Erweiterung der klanglichen Möglichkeiten akustischer Instrumente durch Echtzeit-Computerverarbeitung. Als überzeugter Verfechter freier Open-Source-Software entwickelt er die von ihm auf der Bühne eingesetzten Anwendungen selbst. Er wurde eingeladen, seine Forschungsergebnisse auf zahlreichen Konferenzen in der Schweiz und in ganz Europa zu präsentieren, was zu vielfältigen Kontakten und Kooperationen mit musikalischen und akademischen Institutionen in Europa und Nordamerika führte.
Dank seines einzigartigen, vielseitigen musikalischen Profils trat Matthieu Amiguet an unterschiedlichsten Orten auf – von der Basilika in Montreal (Quebec) bis zum Stravinski-Auditorium in Montreux (Schweiz); das Spektrum reicht dabei von Festivals für zeitgenössische Musik über Museen und Jazzclubs bis hin zu Alpweiden. Zudem war er an Konzeption und Realisierung von Installationen für Festivals beteiligt, darunter das Belluard-Festival in Freiburg (Schweiz, 2017), „No’Photo“ in der Alhambra in Genf (Schweiz, 2019) und die Biennale von Nové Zámky (Slowakei, 2021).